Alkohol: Niemand muss allein da raus

Shownotes

Website: www.klinikum-passau.de

Kontakt zu Rüdiger Nilges, Kollegialer Ansprechpartner für Suchtprävention und Suchtfragen Telefon 0851 5300 82704 E-Mail ruediger.nilges@klinikum-passau.de Sprechzeiten Montags 10.00 – 12.00 Uhr Donnerstag 14.00 – 16.00 Uhr Personalwohnheim, EG, Zimmer 5

Psychosoziale Beratung und Behandlung (PSBB) der Caritas www.suchtberatung-passau.de

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00:00:05: Von vierzehn Erwachsenen hat einer oder eine ein ernstes Problem mit Alkohol, davon gehen Fachstellen aus.

00:00:11: Der Graubereich ist dann noch gar nicht eingeschlossen.

00:00:14: Das Klinikum ist ja ein Spiegel der Gesellschaft und wenn man da jetzt weiter denkt wird klar es macht Sinn dass es bei uns einen Ansprechpartner für Suchtprävention und Suchtfragen gibt übrigens nicht nur für Alkohl.

00:00:25: das ist Trüdy Gnilges und erst heute beim Podcast Medizin am Mikro zu Gast.

00:00:30: Bei uns geht es um die Menschen und Geschichten im Klinikum.

00:00:32: Und um alles, was Gesundheit ausmacht.

00:00:35: Mein Name ist Stefanie Schreder.

00:00:36: Herzlich willkommen Henninges!

00:00:37: Ja,

00:00:38: danke schön, schön dass ich wieder Sarah sein darf.

00:00:40: Sehr gerne.

00:00:41: Sie sind ja Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensiv.

00:00:44: Sie haben seit thirty- acht Jahren gerade gesagt im Job.

00:00:47: Mittlerweile machen sie spezielle Schmerzpflege oben in der Hegelklinik.

00:00:52: Und trotzdem jahrelang haben sie getrunken jeden Tag Sie gehen ja selber ganz offen damit um, deswegen spreche ich so an.

00:00:59: Wie ist diese Zeit denn für sie zu Ende gegangen?

00:01:01: Hat sowas wie ein Untenankommen gegeben?

00:01:04: Ja das Unten-Ankommen ist glaube ich bei Ihnen unterschiedlich.

00:01:08: Ja also man hat immer die Vorstellung dass dann die Leute irgendwie unter der Parkbank liegen oder so, verwahrlos und ja aber mir war das Unteneinkommen anders.

00:01:19: Ich bin zu Hause, das Bild habe ich noch vor mir Mit Kopfhörern auf dem Schädel, auf den Ohren und mich abgeschottet von der Außenwelt.

00:01:31: Und trinkend meistens immer an der warmen Heizung gesessen.

00:01:35: Ja genau so sah das bei mir aus und letztendlich bin ich dann von meiner Tochter angesprochen worden und gesagt du Papa mit dir, dich machen wir große Sagen, da passt was nicht, stimmt was nicht.

00:01:47: Und das konnten Sie direkt annehmen und haben diese Sorge nicht gleich von sich gewiesen?

00:01:51: Ja, ich finde es hat

00:01:51: dann parallel dazu noch ein guter Freund zu mir gesagt.

00:01:54: So ein gewisses Gefühl hat man ja schon, dass das sehr doch irgendwie was nicht stimmt oder was nicht passt.

00:02:04: Dass man vielleicht doch irgendwas ändern sollte... Das war dann wie gesagt die meine Tochter, die leider nicht mehr lebt.

00:02:11: Da war dann der Ausschlag, da habe ich gesagt okay, ich muss da etwas ändern!

00:02:16: Das war der Anstoß, ich verstehe.

00:02:18: Und wenn Sie jetzt noch weiter zurückdenken gibt es was bei Ihnen so aus gelegentlich in Anführungszeichen normalen Konsum die Sucht gemacht hat?

00:02:28: Ja, ich denke die Regelmäßigkeit zum einen ist persönliche Gründe, totes Vater sind nicht irgendwie bearbeitet hab sicher auch im Beruf selber auch Situation wo ich gesagt habe nee das ist irgendwie Zu viel.

00:02:49: Ja, das ist natürlich dann der Alkohol ein objattes Mittel, dass man einfach sagt okay ich kann abschalten.

00:02:55: Ich trinke um zu entspannen, um abzuschalten, vieles zu vergessen.

00:03:00: So selbst Medikation?

00:03:01: Ja genau!

00:03:05: Das funktioniert ja am Anfang ganz gut und irgendwann ist man mittendrin gefangen von dieser Droge.

00:03:16: Man kommt schwer davon los, weil wie gesagt es gibt ja öfter Situation.

00:03:22: Ja und dann ist das einfach die einfache Lösung anstatt sich vielleicht irgendwie mit Leuten zu unterhalten mal sich den Spiegel vorzusetzen.

00:03:32: Was stimmt da gerade nicht mit mir oder Gespräch zu suchen?

00:03:37: Was auch immer, ne?

00:03:38: Ja reden wir davon der Zeit die schon ein bisschen länger hier ist.

00:03:43: Ja das ist nicht für jeden einfach und gerade vielleicht für Männern nicht einfach, gell?

00:03:47: Ja ja ich bin jetzt auch nicht der große Redner.

00:03:54: Und wie gesagt es so von sich zu plaudern des Bedarfes einer gewissen Übung und ich hab's in der Therapie auch lernen müssen.

00:04:07: Dinge einfach auch zu sagen und zu benennen, was mich jetzt gerade stört oder was nicht stört.

00:04:13: Kann ich mir vorstellen?

00:04:15: Jetzt waren sie ja damals auf Intensiv mit Kolleginnen und Kollegen, mit denen man viele Stunden am Tag ganz eng zusammenarbeitet.

00:04:22: das stell ich es mir super schwer und belasten vor wenn man dann versuchen will oder muss dass man sein Problem geheim hält, dass niemand etwas mitbekommt

00:04:31: Ja.

00:04:36: Ich habe zum Beispiel in der Zeit Kaugummi gekaut und es ist jetzt so, wenn wir Leute Kaugumi anbieten dann verneinigt das immer.

00:04:45: Also Kaugummikauen ist kein Thema mehr für mich.

00:04:50: Wahrscheinlich hat das mit dem zu tun, aber Kaogummi Kauen um eben halt die Fahne vielleicht zu verbergen.

00:04:58: Oder man findet Ausreden, oder ich werde dich immer gelbes klären.

00:05:03: Also schon für eine Lebensschädigung oder hingewiesen hat.

00:05:07: Aber dann haben wir gedacht, na ja in einer Familie gibt es halt diesen Morbus... Na jetzt wird er mir nicht ein!

00:05:13: Auf alle Fälle wo man so chronische hohe Billiwerte hat und gelbes Klären hat.

00:05:21: Und auf der Haufe wird man verwiesen.

00:05:24: Man findet schon irgendwie Ja, man schifft das so rum.

00:05:29: Ja weil ich mir vorstellen kann es ja auch für die anderen kein leichte Schritt ist dass man jetzt jemand darauf anspricht so nach dem Motto hm ich rieche bei dir immer wieder Alkohol kann sein dass du ein Problem hast.

00:05:41: und wenn sie jetzt mit ihr wissen als Suchbeauftragter nehmen aus der eigenen Erfahrung was würden Sie sagen?

00:05:46: wie soll man denn sich als Kollege oder als Chef verhalten wenn man da was merkt?

00:05:51: Wenn das wirklich so der Fall sein sollte Ist es schwierig zu sagen?

00:05:58: Oder sagen wir mal anders, wenn ich jemanden direkt anspreche.

00:06:04: Du trinkst ja oder ... Ja, das merke ich ja.

00:06:08: Du dringst ja hier was zum Problem.

00:06:10: Wenn ich das so frontal angehe, dann kommt meist immer genau die Mauer hoch und meistens kommt jeder auf Stand.

00:06:19: Das ist typisch.

00:06:20: Der greift mich jetzt frontal an, du bist der Säufer Und ich ziehe meine Mauer hoch und gehe auf Abstand.

00:06:28: Also ist das eine schlechte Taktik, ne?

00:06:35: Da wäre es vielleicht klüger damit Fakten zum Arbeiten zu sagen.

00:06:38: hey du mach mich Sorgen also erst einmal die Erlaubnis einzuholen.

00:06:43: darf ich dich darauf ansprechen?

00:06:44: mir fällt auch dass früher aus immer gepflegte Kleidung getragen ist.

00:06:50: heute schaut heute anders aus Dann geflickt das Äußere.

00:06:53: Das ist jetzt auch nicht mal vorhanden, wie es früher einmal war.

00:06:57: Ich konnte mich vorher auf dich verlassen, dass du eine gute Arbeitsleistung gehabt hast oder was du getan hast, hat immer Hand und Fuß gehabt.

00:07:03: Und diese Dinge die man bemerkt, die man oft tatsächlich bemerken kann, die einfach ansprechen.

00:07:10: Weil wir sind ja keine ... Also ich bin kein Arzt und vielen meiner Kollegen auch nicht vielleicht.

00:07:15: Deswegen können wir ja gar nicht irgendeinen großen Stellen sagen hey du bist Alkoholiker.

00:07:18: also sondern wie gesagt ist es ein bisschen auf der emotionalen Ebene.

00:07:22: probieren und dann auch klar belegen, hey durch Fakten, hey Müs fällt auf das.

00:07:30: Und dort quasi hoffen, dass gedanklich sich ein paar Rädchen drehen?

00:07:34: Ja ich habe das Tassellis schon bei vielen vielen Leuten so angewandt und es hat bis jetzt immer ganz gut geklappt ja auch bei Kollegen, auch sehr guten Freunden wo ich das wahrgenommen hab.

00:07:49: Da hat dann auch tatsächlich ein Umdenken stattgefunden und ich denke, ja das ist... Ich habe es so gelernt.

00:07:58: Und ich wende es an und das geht ganz gut, funktioniert ganz gut die Methode.

00:08:04: Da

00:08:04: können Sie auf jeden Fall stolz drauf sein!

00:08:07: Wenn jetzt der Schritt getan ist, wenn sich eine betreffende Person selber eingestehen kann, dass sie Hilfe braucht.

00:08:13: Wie kann denn dann ein Weg aussehen, das möglich macht?

00:08:15: Dass man in dem stressigen und fordernden Job bleiben kann.

00:08:18: Ja wie gesagt, es gibt Vorgeschichten viel passiert vorher.

00:08:23: Und wenn derjenige für sich merkt okay ich brauche jetzt die Hilfe da kann er gerne... Da gibt's ja mehrere Möglichkeiten.

00:08:34: also zum Beispiel.

00:08:38: Ja, mit seinen Haushaltssprächen der Betriebsärztin ja sich Leute suchen zu denen er Vertrauen hat und sagen hey ich habe da ein Problem!

00:08:49: Ich bräuchte Hilfe.

00:08:50: wie könnt ihr das ausschauen?

00:08:52: Wir sind Gott sei Dank in Deutschland was jetzt Thema Alkohol betrifft sehr gut aufgestellt.

00:08:59: Da gibt es Beratungsstellen die an der Weiterhelfen können.

00:09:03: Inderbetrieblich haben wir Möglichkeiten.

00:09:05: Also von anonymen Alkoholikern?

00:09:08: Selbst zu vergruppen, genau solche Dinge ja und die Kreuzbundler.

00:09:18: Und da gibt es ganz viel selbst für Gruppen wo man sich erstmal hinwenden kann wenn man den Schritt noch nicht traut dann zum Beispiel zu dem Suchtberater umzugehen Wobei dieser Suchtberater mir irgendwie nicht so passt.

00:09:37: Ich nehme mich immer gerne kollegiale Ansprechpartner.

00:09:39: Das

00:09:40: klingt gleich ganz anders, das ist klar.

00:09:42: Ja ich kann mir vorstellen dass man sich natürlich erstmal trauen muss auch zum kollegialen Ansprechpatner zu gehen.

00:09:49: Sie vermitteln dann haben sie gerade gesagt vielleicht an geeignete Stellen weiter geben hinweise wo?

00:09:54: wir kommen jetzt betroffene Kolleginnen und Kollegen mehrheitlich von selber zu ihnen.

00:10:00: oder gibt es jemand, der die schickt?

00:10:03: Sowohl als auch.

00:10:05: Es gibt Leute, die sagen, ich brauche Hilfe.

00:10:09: Ich habe das schon mal probiert, bin noch nicht weggekommen.

00:10:12: Hast du noch eine Idee?

00:10:14: Oder sicher auch dann geschickt worden?

00:10:17: Also auffällig geworden.

00:10:20: Wie gesagt Feuer ... Das gibt ja ne lange Geschichte vorher, da fallen sie auf.

00:10:25: Und dann wird es ja dann ein bisschen schwierig.

00:10:29: Ja, das gibt dir auch eine Sorgfaltspflicht?

00:10:31: Genau,

00:10:31: aber was ist zu tun?

00:10:34: Also jemand der tatsächlich noch ein Problem hat muss nicht gleich um seinen Arbeitsplatz fürchten, sondern er hat Möglichkeiten sich Hilfe zu suchen.

00:10:41: und wie gesagt diese Diagnose oder dass man halt feststellt, der läuft jetzt gerade nicht rund weil er einen Alkoholproblem hat für dich und weiterlich gleich zur Kündigung gehören.

00:10:51: Da gibt's Hilfen!

00:10:53: Und wenn der Betreffende dann sagt, okay ich will mich helfen lassen.

00:10:58: Ich suche einen Ausweg.

00:10:59: Dann werden alle Wege offen gelegt.

00:11:03: Letztendlich spreche ich mir von der Krankheit wie von vielen anderen auch.

00:11:07: Nächste Woche haben wir jetzt wieder die Aktionswoche Alkohol am Klinikum.

00:11:11: auch es wird ein Infostand-Info je geben und sie selber gehen ja auch regelmäßig zum Beispiel an die Schule.

00:11:17: Wird das Thema ernst genug genommen oder spürt man auch so in einem Gesundheitsumfeld auf die Haltung?

00:11:23: Mich geht es nichts an.

00:11:24: Ich bin weit entfernt von der besorgten Parkbank, ich trink vielleicht meine zwei Gläser Wein am Abend und bin weit vom Thema

00:11:32: weg.".

00:11:35: Ja, Alkohol ist ja gesellschaftfähig und nicht zu trinken muss man sich oft schon für rechtfertigen.

00:11:48: So passiert man das auch sehr oft, wenn mir was angeboten wird.

00:11:52: Warum trinkst du jetzt nicht?

00:11:54: Und von dem her...

00:11:55: Da findest Du sich wahrscheinlich genötig zu sagen warum und dann

00:11:59: ist es auch kalt?

00:12:00: Nein!

00:12:00: Ich sage da meistens immer aus gesünderlichen Gründen funktioniert das jetzt nicht.

00:12:05: Es ist aber schwierig.

00:12:06: Allein schon diese, dass man sich für etwas rechtfertigen muss, gerade beim Thema Alkohol.

00:12:12: Das Thema eigentlich ja ... Zum Einen ist es ein Tabu, aber andererseits... Also ich vergesse es immer so.

00:12:23: Ja wir tun's alle oder viele tuns trinken und wenn jetzt einer irgendwie mehr trinkt dabei ertappt wird dann zeigt man mit dem Finger drauf ne?

00:12:33: Dann ist der gleich poedisch.

00:12:35: Genau, dann ist er ertapt und hat sich nicht in Griff und so weiter und sofort.

00:12:39: Er ist schwach vielleicht.

00:12:44: Aber das ist Wie gesagt, das ist obligat.

00:12:47: Nach Feier haben sie sich ein Bier zu trinken und Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken.

00:12:53: Es gibt Feste, es gibt Oktoberfeste wo das ja auch gewünscht wird und man auch da hingeht gezielt um zu konsonieren.

00:13:02: also wenn ich das jetzt vergleiche mit Cannabis dann Kann halt wie so bloß nicht.

00:13:08: und Alkohol, da ist es eigentlich wurscht.

00:13:10: Stimmt!

00:13:11: Das wird ganz anders gesehen.

00:13:13: Aber also lässt man das Thema dann nicht so nah an sich heran?

00:13:17: Wenn mir jetzt

00:13:18: ... Ja,

00:13:19: ja,

00:13:19: das spüre ich oft.

00:13:22: Spüre ich auch oft.

00:13:24: Oder ich habe das in den Griff.

00:13:26: Es ist nicht so schlimm.

00:13:27: Ja, der Kollege, weil ich dringt einmal ein bisschen mehr näher war, wer macht noch seine Arbeit?

00:13:33: Er ist

00:13:33: ein geselliger Typ.

00:13:34: Genau.

00:13:36: Ja, das stimmt.

00:13:38: Wenn jetzt jemand genau jetzt den Podcast hört vielleicht daheim beim sogenannten Feierabendbiers sitzt und von sich selber gern sagt, mit meinem Trinkverhalten ist ja alles in Ordnung.

00:13:48: aber insgesamt gehe ich vielleicht doch zur Eifel bekommen ob das so stimmt.

00:13:52: gibt es jetzt eine klare Sache die den Ausschlag gibt ob jemand Alkoholiker ist oder nicht?

00:13:58: Es gibt ein klares Kriterium wenn man isst wenn man sich Alkoholiker nehmen darf.

00:14:05: Sie sehen, es gibt sechs Kriterien, also das ist dieser starke Wunsch trinken zu wollen oder zu müssen.

00:14:13: Dann Entzugssymptomatik, wenn ich sage okay, ich höre auf in der Früh stehe ich auf und fange schon mal an zu zittern die Toleranzentwicklung.

00:14:25: Ich brauche immer mehr um ein gewünsches Ziel zu erreichen.

00:14:31: Der soziale Rückzug ist auch, das war auch bei mir so.

00:14:36: Das war also der Sohn da oben, was ich am Anfang gesagt habe mit den Kopfhörern sich abschotten und diese hab' ich von erwähnt die Kontrollfähigkeit anzufangen kann nicht aufhören Auch über die Mengen hab', ich keine Kontrolle mehr.

00:14:56: Und wie gesagt Weitertricken, obwohl ich weiß, das schadet mir.

00:15:02: Und wenn diese sechs Symptome innerhalb eines Jahres da sind, also drei von diesen Symptomen, dann darf man sich... Dann hat man eigentlich ein Problem.

00:15:15: Da sollte man sich mal fragen, ob es nicht Sinn macht, dass wir uns so schön

00:15:20: verholen.

00:15:21: Ja, Augen zu machen bringt auch nicht weiter.

00:15:24: Wenn wir jetzt hier im Klinikum auf die eine Seite schauen Gibt es ja, dass Patienten z.B.

00:15:30: im Ausnahmezustand in die Notaufnahme kommen?

00:15:33: Oft ist da Alkohol im Spiel nicht nur zu Dualzeiten.

00:15:36: Wie schaut man jetzt als Ex-Betroffener drauf?

00:15:39: Dass es so viele vermeidbare Unfälle und so viele harte Schicksale verbunden mit Alkohl gibt auch bei uns jeden Tag.

00:15:47: Also meiner Meinung nach müsste man wie zu meinen gandendarischen Ländern diese Verfügbarkeit des Stoffes einfach an das Hand haben.

00:15:58: Stichwort Spezialgeschäfte für

00:15:59: das Hortenakult?

00:16:00: Ja, Geschäfte oder der Preis.

00:16:03: Oder wie auch immer beim Preis kann man viel machen und ich weiß es gab mal ein Projekt in Baden-Württemberg wo man dann ab zwanzig Uhr glaube ich den Verkauf von harten alkoholischen Getränken verboten hat Und das gab dann seitens der Industrie massive Widerstände, sodass man das dann letztendlich wieder von abgesehen hat.

00:16:31: Gibt's zu denken?

00:16:32: Gibt es zu denken!

00:16:36: Ja also wenn man das so sieht was für Alkohol der Frauen ja noch mal in Frauenhäuser gehen was da geht um die Frauen betreffenden Frauen sagen wo der Alkohl der Rolle spielt.

00:16:45: ich glaube

00:16:48: Das wird auf jeden Fall wehtun.

00:16:49: dir Antwort her ganz sicher.

00:16:52: Am Ende von jeder Podcast-Folge gibt's, machen wir gerne ein paar kurze Fragen mit kurzen Antworten so nach dem Motto dies oder das und es nutzen wir gern um mit ein paar falschen Annahmen ausm Thema aufzuhäumen.

00:17:04: Mit Gescheß wenn ich jetzt sage aus einer Alkoholabhängigkeit kann man ganz alleine rauskommen.

00:17:09: Ich brauche niemand.

00:17:10: Ich schaffe das ohne die Hilfe anderer.

00:17:15: Ist es eine Seltenheit

00:17:17: oder ...?

00:17:19: Es gibt tatsächlich Zahlen, die sagen, dass das Leute, die eine Abhängigkeit haben, Alkoholabhängigkeit auch selber rauskommen können.

00:17:28: Das gibt's.

00:17:31: Aber Hilfe steht in unserem Land offen?

00:17:33: Genau!

00:17:34: Wir haben ein großes Netzwerk, was jetzt gerade Thema Alkohl betrifft.

00:17:38: Beim Nikotin schaut sie übrigens anders aus.

00:17:40: Das ist auch ganz interessant.

00:17:42: Da haben wir nicht so viele.

00:17:42: Houston-Gebote

00:17:44: wird halt nicht so ernst genommen mit seinen sozialen Auswirkungen.

00:17:47: Ja

00:17:50: und beim Alkohol haben wir ganz viele Möglichkeiten, aber es gibt tatsächlich Menschen die aus eigener Kraft das dieser Sucht rauskommen.

00:18:02: Wenn ich mich als Betroffener oder Betrofene jetzt aute wenn ich mir Unterstützung hole sei es bei ihnen oder an anderen Stellen dann schaut mich mein Umfeld als schwach an und ich bin gescheitert.

00:18:12: Ich habe einen Stempel.

00:18:14: Nein, bin ich das beste Beispiel.

00:18:22: Viele wissen ja und ich gehe ja offen damit um und es ist auch meine Erfahrung, dass ich sage okay, ich bin Alkoholiker.

00:18:30: Das schauen wir erst, wird mir erst angeschaut.

00:18:33: aber dieser offene Umgang war meine Erfahrung zu sagen okay, offen umzugehen macht Sinn.

00:18:43: Interessant auch, dass man hört sie sagen ich bin und nicht ich war.

00:18:47: Ja ja das ist ja immer so einfach.

00:18:52: Das ist die schlechte Nachricht an der Erkrankung.

00:18:55: Die bleibt dann eben lang.

00:19:00: Sie ist unheilbar sozusagen.

00:19:02: aber wenn man die Noxie weglässt durch den Alkohol kann man wunderbar damit leben.

00:19:07: Schieb mal!

00:19:08: Jetzt im innenbetrieblichen Suchtpräventionsprogramm geht es nur um Alkohol, wenn man das denkt.

00:19:14: Andere Abhängigkeiten spielen da jetzt bei Ihnen keine

00:19:16: Rolle oder

00:19:17: kommen

00:19:18: auch mit allen?

00:19:18: Ich habe schon viele mit Spielsucht, Cannabis, Medikamente, Erstörungen, Alkohl natürlich auch.

00:19:32: Schon dass die so eine große Palette, sage ich mal weite Palette.

00:19:36: Das Klinikum ist ein Spiegel der Gesamtgesellschaft.

00:19:39: Gut, dass wir auch damit zu Ihnen kommen

00:19:41: können!

00:19:42: Ja das war Mediziner Miko mit Rüdiger Niergäs dem Beauftragten für innerbetriebliche Suchtprävention am Klinikum.

00:19:49: Er hat von seinem Weg weg vom Alkohol berichtet und er hat klar gemacht, Alkohlprobleme gibt es überall und wegschauen bringt nichts weder bei sich noch im Umfeld.

00:19:58: Herr Niergeß ist telefonisch und per Mail im Haus erreichbar vertraulich.

00:20:02: Ich danke ihn für ihre Offenheit und ihnen die Behörde fürs dabei sein.

00:20:06: Gerne können Sie uns Hinweise und Fragen in den Kommentaren hier oder auf den sozialen Medien des Klinikums pass auch hinterlassen.

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